


Chester Carlson, Erfinder der Xerografie, legte vor 70 Jahren den Grundstein für den Digitaldruck




Die Anfänge von Xerox: Haloid Company in Rochester, New York 



Joseph C. Wilson, Geschäftsführer der Haloid Company 



Chester Carlson gelingt am 22.10.1938 die erste Kopie einer Schriftvorlage im Hotel Astoria 



Erster kommerzieller Xerografie-Kopierer: Model A (1949)




914 – der erste automatische Kopierer geht in Serienproduktion (1959) 



Umbenennung in Xerox Corporation ausgehend vom Erfolg des ersten Kopierers (1961) 



Palo Alto Research Center (PARC) 



Der erste Personal Computer wurde im Xerox-Forschungszentrum PARC entwickelt 



Der Laserdrucker 9700 von Xerox (1977) 



Die DocuTech 135 für Digital Publishing ermöglicht Buchdruck nach Bedarf 



Das rote X wird zum Firmenlogo (1990) 



Xerox ändert seinen weltweiten Firmennamen und Slogan (2004) 



Das Mehrweg-Papier von Xerox – eine 2006 patentierte Erfindung 



Markenrelaunch: Neues Xerox-Logo (2008) 
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Xerox
Produkt: Technologien und Dienstleistungen im Bereich Dokumenten-Management Entstehungsjahr: 1906 als Haloid Company Unternehmen: Xerox www.xerox.de
Die Geschichte der Xerografie
Ein Büro ohne Drucker oder Kopierer ist heutzutage gar nicht mehr vorstellbar. Weltweit werden alleine im Produktionsdruck jährlich rund 230 Milliarden Seiten digital produziert. Chester Carlson legte vor genau 70 Jahren den Grundstein für den Digitaldruck als er bei einem Experiment die „Elektrographie“ entdeckte. Gilt Johannes Gutenberg als Wegbereiter einer säkularisierten Wissensgesellschaft, so steht Chester Carlson für eine Demokratisierung von Informationen, denn diese lassen sich im Augenblick eines Wimpernschlags vervielfältigen und mit anderen Menschen teilen. Die Revolution des Digitaldrucks, die ihre Anfänge mit der Entwicklung der Xerox 914 nahm, prägt eine ganze Industrie: Chester Carlsons Erfindung liefert bis heute die Inspiration für zahllose Innovationen im Dokumenten-Management. Ohne die Vision eines Joseph C. Wilson und seinen Geschäftssinn wäre ihr vermutlich nicht der Erfolg beschieden, der Xerox zu einem Weltunternehmen gemacht hat.
Als Xerox noch Haloid Company hieß Im Jahr 1906 entsteht in Rochester, New York, eine kleine Firma, die sich auf die Herstellung und den Verkauf von Fotopapieren spezialisiert. Die Haloid Company profitiert vom ersten Boom der amerikanischen Fotoindustrie. Langsam aber stetig wächst die Firma und übersteht selbst die Weltwirtschaftskrise Ende der 20er Jahre. Doch das Ende des 2. Weltkriegs bringt eine Wende in der Geschichte von Haloid: Die Marktanteile beginnen zu schwinden und – was noch gravierender ist – es fehlen Produkte und Konzepte, mit denen man dem Rückgang der Fotoindustrie begegnen kann. Der neue Geschäftsführer von Haloid Joseph C. Wilson übernimmt den Betrieb von seinem Vater und vertritt die Überzeugung, dass sich das Unternehmen neu orientieren müsse, um zu überleben. Auf der Suche nach neuen Technologien hat Wilson im Juli 1944 eine Idee, die sein Unternehmen von Grund auf verändern wird. Diese basiert auf einem Artikel in einer Fachzeitschrift, die über ein Verfahren zur Erstellung von Schriftkopien auf Basis elektrischer Ladungsunterschiede berichtet. Der Autor: Chester Carlson.
70 Jahre Xerografie – mit Schwefel und einem Taschentuch fing alles an 1938 gelingt Chester Carlson die erste Kopie einer Schriftvorlage mittels Elektrografie – den Namen „Xerografie” (griechisch für „trocken schreiben”) erhält sein Verfahren erst später. Carlson legt unter eine Glasplatte, auf die er mit Tinte die Zeichen „10-22-38 Astoria" geschrieben hat, eine Metallplatte mit Schwefelbelag, die er durch Reiben mit einem Tuch elektrisch auflädt. Nach kurzer Belichtung nimmt er die Metallplatte heraus und pudert sie mit staubfeinem Bärlappsamen ein, wonach die Schrift als Negativ zu erkennen ist. Nach Abzug eines auf die Platte gedrückten Wachspapiers ist auf ihm positiv zu lesen: „10-22-38 Astoria". Das ist die erste xerografisch hergestellte Kopie der Welt. 1942 wird diese Technologie, die für die Welt der Bilddarstellung eine Revolution darstellt, patentiert. Die Haloid Company erwirbt 1947 gegen Zahlung von Lizenzgebühren das Recht, Produkte auf der Grundlage des Carlson-Verfahrens herzustellen. „Haloid“ lässt sich 1948 das Wort „Xerox" patentieren, der Name wird zur weltbekannten Marke. Der erste kommerzielle Xerografie-Kopierer, das Model A, wird ein Jahr später eingeführt. Für eine Kopie benötigt jedoch selbst ein geschickter Bediener noch zwei bis drei Minuten.
Rank Xerox Ltd. In Europa entsteht 1956 als Joint Venture aus der Haloid Company und der Rank Organisation plc. das britische Unternehmen Rank Xerox Ltd., welches auf Bürokommunikationstechnik spezialisiert ist. Zwei Jahre später ändert die Haloid Company ihren Namen in Haloid Xerox Inc. und wird zum Pionier im Kopiergeschäft. Auch in Deutschland ist Xerox seit 1959 vertreten, die Rank Xerox GmbH wird gegründet. Im gleichen Jahr geht der erste automatische Kopierer in Serienproduktion.
“914” – der erste serienmäßige Kopierer 1959 läuft schließlich die Xerox 914 vom Band, ein Kopierer, der pro Minute sechs Kopien vollautomatisch erstellen kann. Der Grund für den Erfolg des Kopierers liegt unter anderem auch in der Vertriebspolitik: Die Xerox 914 wird nicht verkauft, sondern vermietet. Mit kleinen Zählern an den Geräten wird die Anzahl der monatlichen Kopien registriert. Für die monatliche Grundmiete von 95 US-Dollar kann der Kunde bis zu 2.000 Kopien machen, für jede weitere bezahlt er vier US-Cents. Diese Strategie ist der zündende Funke für das spektakuläre Wachstum der gesamten Druck-Branche. Im März 1960, als die erste Xerox 914 ausgeliefert wird, geht man davon aus, dass in drei Jahren etwa 5.000 Stück verkauft würden. Ende 1962 sind bereits 10.000 Geräte ausgeliefert, und die Produktion kann mit der Nachfrage kaum noch Schritt halten. Fortune nennt den Kopierer später „das erfolgreichste Produkt, das jemals in Amerika vermarktet wurde".
Ein neuer Name – die Xerox Corporation Ausgehend vom Erfolg ihres ersten Kopierers ändert Haloid am 18. April 1961 ihren Namen in Xerox Corporation in der Annahme, dass die Zukunft des Unternehmens in der Xerografie liegt, obwohl Fotoprodukte bislang noch profitabler sind. Ab dem 11. Juni 1961 werden die Xerox-Aktien an der New Yorker Börse gelistet. Die 60er Jahre sind für die Xerox Corporation von großem Erfolg geprägt, und Xerox wird eines der 100 größten Unternehmen in den USA. 1969 erfolgt der Umzug: 150 Xerox-Mitarbeiter und das Xerox-Management beziehen ihr neues Hauptquartier in Stamford, Connecticut.
Meister der Erfindung – Palo Alto Research Center Die Xerografie hat das Selbstverständnis von Xerox begründet, stets Innovationsführer zu sein. Auf Basis dieser Philosophie eröffnet das Unternehmen im Jahr 1970 das Palo Alto Research Center (PARC), aus dessen Labors bahnbrechende Erfindungen und Entwicklungen stammen, die die Computerwelt geprägt haben. Die Forschungseinrichtung des Xerox-Konzerns entwickelt zahlreiche Schlüsseltechnologien der digitalen Welt.
Die Schöpfungen der PARC-Mitarbeiter umfassen beispielsweise den ersten Personal Computer, die erste grafische Benutzeroberfläche (GUI) und den ersten Laserdrucker. Weitere wichtige Erfindungen sind die erste Computermaus oder das Ethernet, das bis heute gültiger Standard bei der Vernetzung von Computern ist. PARC ist derzeit eines von sieben weltweiten Xerox-Forschungszentren.
Innovationskraft: der erste Farbdrucker und der erste Laserdrucker von Xerox Diese Investitionen in Grundlagenforschung zahlen sich aus: Noch im Jahr der Gründung des PARC wird der weltweit erste Farbdrucker, der Xerox 6500, vorgestellt. Der erste Normalpapierfarbkopierer der Welt produziert fünf Seiten pro Minute. Zudem beginnt Xerox bereits 1969 mit der Entwicklung eines Laserdrucker-Prototypen. Doch erst acht Jahre später ist die Technik mit dem Xerox 9700 Electronic Printing System marktreif. Stückpreis: eine Million Mark. Der Xerox 9700 ist mit 120 Seiten/Minute der bis dahin schnellste Drucker. 1969 war darüber hinaus das Geburtsjahr des Duplexdrucks, der beidseitige Ausdrucke ermöglicht.
Weiterentwicklung des Digitaldrucks: Print-on-Demand Im Jahr 1990 wird das erste System für Digital Publishing mit 135 Seiten/Minute, die DocuTech 135, veröffentlicht. Sie vereinigt digitale Elektronik, EDV und Kommunikation mit Xerografie und ermöglicht so den Druck limitierter Auflagen zu erschwinglichen Preisen. Print-on-Demand (Drucken nach Bedarf) entsteht. In der traditionellen Offsettechnologie (indirektes Flachdruckverfahren) kann der Druck von 100 Exemplaren fast so teuer werden wie der von 1.000 Exemplaren. Mit Print-on-Demand kostet jedes Exemplar des Buches gleich viel. Der Bedarfsdruck ist daher bei kleinen Auflagen die günstigere Variante. Für höhere Auflagen ist dagegen der traditionelle Offsetdruck wirtschaftlicher. In den letzten Jahren wurde die Print-on-Demand-Technologie kontinuierlich weiterentwickelt. So kann inzwischen ein Buch mit 600 Seiten in etwa fünf Minuten gedruckt werden.
„The Document Company“ Xerox stellt sich ab 1990 nicht mehr als Kopiererfirma vor, sondern als "The Document Company". Das rote "X" wird zum Firmenlogo und ersetzt die Unternehmensfarbe blau durch rot. Das neue Xerox-Logo, das digitale ”X", steht für die Entwicklung des Konzerns: Die flächigen Arme des ”X” stellen dabei die Vergangenheit von Xerox als Hersteller analoger Kopierer dar. Der digitalisierte Arm steht für Gegenwart und Zukunft des Unternehmens, das sein Wachstum durch sein Dienstleistungsangebot und digitale Produkte und Lösungen generiert.
Noch einen Schritt weiter 2004 ändert Xerox seinen weltweiten Firmennamen und Slogan: Aus „The Document Company Xerox“ wird „Xerox. Technology. Document Management. Consulting Services.“. Denn Xerox ist kein reiner Anbieter von Hardwaretechnologien, sondern hat sich inzwischen als ein bedeutendes Serviceunternehmen etabliert. Einen Großteil des Umsatzes erwirtschaftet der Lösungsanbieter mit Dienstleistungen rund um das Management von kunden-individuellen Dokumentenlebenszyklen.
Rekord bei Patenten 2006 reicht Xerox 446 US Patente ein – 60 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Damit zählt Xerox im Patent-Portfolio zu den Top 25 Unternehmen weltweit. Eine der in 2006 patentierten Erfindungen ist das Mehrweg-Papier. Es wird mit einer lichtempfindlichen Schicht versehen. Sobald es mit einem UV-Drucker beschrieben wird, verschwindet der Ausdruck nach 16 bis 24 Stunden von selbst. Anschließend lässt sich das Papier bis zu 100 Mal wiederbedrucken. Die meisten Dokumente werden nur einmal genutzt und dann vernichtet. Das Mehrweg-Papier von Xerox soll Ressourcen sparen und Müll vermeiden.
„Unsere konstante Ausrichtung auf Innovation ist das Herz der Erfolgsgeschichte von Xerox“, resümiert Albert Brenner, Director Marketing Services und CRM Central Entity, Xerox. „Die Investitionen von Xerox in Forschung und Entwicklung bilden auch zukünftig das technologische Potenzial des Unternehmens.“
Größter Marken-Relaunch der Firmengeschichte 2008 vollzieht Xerox die umfassendste Neuerung seiner Corporate Identity in der Unternehmensgeschichte. Das neue Logo setzt sich aus dem Namen Xerox in Kleinbuchstaben in einem dynamischen Rot und einem kugelförmigen Symbol mit Linien zusammen, die sich in einem „X“ vereinigen. Diese Linien symbolisieren die Verbindung von Xerox zu seinen Kunden, Partnern, Innovationen und den unterschiedlichen Branchen. Zusätzlich zum neuen Logo beinhaltet das Corporate Design von Xerox eine eigene Schriftart und verschiedene visuelle Elemente. Bei der Entwicklung der neuen Marke wurden Mitarbeiter, Kunden und Partner von Xerox einbezogen. Sie steht für ein kunden- und serviceorientiertes Technologieunternehmen, das im Bereich Dokumenten-Management weltweit führend ist und innovative Ideen, Produkte und Services für kleine und mittelständische sowie große Unternehmen bereitstellt. 
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