tesa®
Produkt: Klebebänder
Jahr: Entstehungsjahr 1936
Unternehmen: tesa SE, Hamburg
www.tesa.de
»Mit tesa® klebt sich's leichter« (1968)
Der Name tesa® geht auf die Sekretärin Elsa Tesmer zurück, die bis 1908 für die Firma Beiersdorf tätig war. Aus den zwei Anfangsbuchstaben ihres Nachnamens und den zwei letzten Buchstaben ihres Vornamens setzte sie den Namen "tesa" zusammen. Leider verlor sich jede Spur von Elsa Tesmer, so dass von ihrem Verbleib nichts bekannt ist.
Wer 1896 am Ladentisch tesa® verlangte, bekam allerdings keinen Klebestreifen, denn tesa® war zunächst der Markenname für die Patent-Tube der Zahnpasta Pebeco. Doch das Tubengeschäft lief nicht gut. 1926 ging der Name tesa® deshalb auf ein anderes Beiersdorf-Produkt über: eine neuartige Tauchmasse zum Überhäuten von Wurstwaren. Doch auch die Wurstpelle tesa® blieb erfolglos.
Schließlich erhielt das Zufallsprodukt Citoplast - ein Klebestreifen - den einprägsamen Namen tesa®. Und da aller guten Dinge bekanntlich drei sind, führte dieser Versuch endlich zum lang ersehnten Erfolg: der Klebefilm wurde ein Verkaufsschlager. Erstmals taucht der Name tesa®-Klebefilm in einem Brief an einen Kunden vom 17.02.1936 auf. Zwar war der Artikel damals bereits seit mehr als dreißig Jahren im Handel, aber erst die Namensänderung von Beiersdorf-Kautschuk-Klebefilm zu tesa®-Klebefilm und später tesafilm® machte ihn zum Oberbegriff der heutigen Markenpalette von tesa®.
Doch gleich mehrere Geniestreiche in Sachen Marketing waren für den Erfolg des tesafilm® verantwortlich. Verknüpft sind sie mit dem Namen eines Mannes:
1934 - in Deutschland gibt es sieben Millionen Arbeitslose - bewirbt sich der 25-jährige Hugo Kirchberg aus Eisenach bei Beiersdorf in Hamburg. Der umtriebige Bürokaufmann aus einer sechs Mitarbeiter zählenden Firma für Bürobedarf setzt sich in den Kopf, den bis dahin bedeutungslosen Beiersdorf-Kautschuk-Klebefilm zum Erfolg zu führen. Kirchberg glaubt an das Produkt, zumindest an seine Zukunft im Büro. Seine erste geniale Idee: er wählt für den Klebefilm den kurzen, prägnanten Namen tesa®.
Um den Verbrauchern zusätzlich eine praktische Verarbeitungshilfe anbieten zu können, entwickelt er außerdem das tesa®-Abrollgerät, das auch heute noch in nur leicht verändertem Design auf fast jedem Schreibtisch steht. Mit treffenden Werbeslogans verhilft er dem tesa®-Klebefilm schließlich zum Durchbruch.
Der Slogan "Zum Kleben, Flicken, Basteln" etwa, mit dem Hugo Kirchberg in den dreißiger Jahren warb, zielte genau auf die Wünsche der Verbraucher: Zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise und später des Krieges waren sie froh über jede Erleichterung im alltäglichen Improvisieren und Überleben. Auch der Slogan der sechziger Jahre "Mit tesa (k)lebt sich´s leichter" traf den Zeitgeist, geprägt von Aufbruchstimmung und Lebensfreude.
tesa® als Markenartikel
Die Einführung von tesa® als Dachname für alle produzierten Klebebänder von Beiersdorf bedeutete schließlich den Durchbruch als Markenartikel. Insgesamt gibt es heute rund 6.500 verschiedene tesa® Produkte und Systemlösungen für Industriekunden und Endverbraucher. Aufgrund der hervorragenden Konsequenz und Disziplin in der Markenführung wurde tesa® 2004 mit dem begehrten Superbrands Award ausgezeichnet.
Gründung der tesa AG
Am 1. April 2001 wurde die tesa AG gegründet. Dies bedeutete für die ursprüngliche tesa®-Sparte innerhalb des Beiersdorf-Konzerns den wichtigen Schritt in die Eigenständigkeit. Der richtige Weg, wie sich zeigt: Die junge AG behauptete sich in ihrem ersten Lebensjahr erfolgreich in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld und konnte seine Marktposition im Vergleich zu wichtigen Konkurrenten stärken. Der Umsatz der tesa AG lag 2007 bei 846 Mio. Euro (71% intern. Geschäft, 29% Deutschland). 70% dieses Umsatzes entfallen auf Produkte und Systemlösungen für die Industrie. Rund 3.900 Mitarbeiter sind derzeit für die tesa Gruppe weltweit in 51 Tochtergesellschaften tätig.
