
Dose von ca. 1915

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Ohropax
Produkt: Geräuschschützer Entstehungsjahr: 1908 Unternehmen: Ohropax GmbH, Wehrheim www.ohropax.de
Frieden für die Ohren
1901 machte sich der aus Schlesien stammende Apotheker und Drogist Maximilian Negwer mit seiner Drogerie selbständig. Später verkaufte er die Drogerie und gründete im Oktober 1907 die "Fabrik pharmazeutischer und kosmetischer Spezialitäten Max Negwer". Vom Thema Lärm, bzw. Gehörschutz war Negwer von Anfang an fasziniert. Er vermutete hier einen großen Bedarf, denn die zu diesem Zeitpunkt erhältlichen Apparaturen aus Holz, Metall oder Zelluloid hatten eher Ähnlichkeit mit Folterinstrumenten. Es soll um 1903 gewesen sein, als ihn Freunde auf die griechische Mythologie und Homers Odyssee hingewiesen haben. Er solle bei der Vorbeifahrt an den Inseln der betörenden Sirenen die Ohren seiner Gefährten mit Wachs verschlossen haben und sich selbst am Mastbaum festgebunden haben.
Nach vielen Experimenten mit verschiedenen Fetten, Ölen und tierischen Talgen gelang schließlich der Durchbruch, als Negwer Baumwollwatte als Trägersubstanz mit einer besonderen Mischung von Vaselinen und Paraffinwachsen tränkte. Im Herbst 1908 erschien die allererste Verkaufspackung OHROPAX Geräuschschützer zum Preis von 1 Mark: die erste 6-Paar-Dose. Durch starke Nachfrage des Militärs im ersten Weltkrieg (Tausende von Artilleristen retteten ihr Trommelfell mit den neuen Geräuschschützern) und durch zahlreiche Reklametafeln, Werbeaufsteller und Zeitungsanzeigen wurde OHROPAX schon bald zur erfolgreichsten Marke für Gehörschutz im deutschsprachigen Raum. Der Name OHROPAX ist abgeleitet aus dem lateinischen Wort "pax" für Frieden, frei übersetzt also etwa "Frieden für die Ohren". Nach dem Erscheinen der neuen Währung 1923 wurde der Verkaufspreis der 6-Paar-Dose auf 2 Mark festgesetzt. Heute beschäftigt das mittelständische Unternehmen OHROPAX GmbH 40 Mitarbeiter. Jährlich werden über 25 Millionen OHROPAX-Kugeln produziert. 
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