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Die hundertjährige Geschichte eines klassischen Markenartikels.


MAGGI

Produkt: Würze
Entstehungsjahr: 1887
Unternehmen: Maggi GmbH, Frankfurt
www.maggi.de



»Immer eine gute Suppe« (1970)

Über 100 Jahre steht der Name Maggi bereits für Essen, Lust am Kochen und moderne Lebensmittel. Mit dem Ziel, ein Nahrungsmittel zu entwickeln, das nährstoffreich und preiswert ist und Fleisch ersetzen kann, beginnt Julius Maggi (1846-1912) im Schweizerischen Kempttal mit eiweißreichen Hülsenfrüchten, den Leguminosen, zu experimentieren. Das Produkt soll den Fabrikarbeitern des beginnenden Industriezeitalters helfen, sich gesund zu ernähren, Mangelkrankheiten zu beseitigen und die Kindersterblichkeit zu senken. Nach zwei Jahren Forschung bringt Maggi 1848 das erste Leguminosenmehl auf den Markt. 1886 gelingt ihm der Durchbruch: Aus Erbsen- und Bohnenmehl stellt Julius Maggi die erste kochfertige Suppe her. Nur ein Jahr später sind aus der Ursuppe 22 unterschiedliche Sorten geworden. Ein weiterer Höhepunkt 1886: Julius Maggi erfindet die Suppenwürze. Zunächst beschränkt sich der Vertrieb auf die Schweiz, später geht das "gewisse Tröpfchen Etwas" in alle Welt und bildet die Grundlage für den Geschäftserfolg von Maggi. Mit Frank Wedekind holt sich Julius Maggi 1887 einen kompetenten Reklamechef ins Haus, der die frühe Maggi-Werbung mit seinen eigenwilligen Texten prägt. Im selben Jahr entwirft Maggi eigenhändig die bis heute typische braune Würzeflasche und bestimmt für die Etiketten die Farben gelb-rot, bis heute die Hausfarben von Maggi. 1887 eröffnet Julius Maggi in Singen am Hohentwiel die erste deutsche Niederlassung. Anfangs füllen dort ein Verwalter und sieben Arbeiterinnen die Würze in Flaschen, 1899 wird bereits in Singen produziert.

Im Jahr 1900 führt Maggi den Suppen-Würfel ein, fünf Jahre später folgt der Soßen-Würfel und 1908 der legendäre Fleischbrühwürfel. Der Gesundheit und dem Wohlbefinden der Mitarbeiter misst Maggi große Bedeutung bei und richtet aus diesem Grund 1900 unter anderem Ferienheime, Kantinen und eine Betriebskrankenkasse ein. Auch nach Maggi’s Tod 1912 ist die Entwicklung des jungen Lebensmittelkonzerns gesichert. Bereits 1903 wird Ernst Michael Schmid als Generaldirektor bestellt, der rund 40 Jahre die Geschicke des Konzerns auf dem deutschen Markt lenken wird. Die beiden Weltkriege in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts treffen Maggi hart. Am Ende des zweiten Weltkrieges ist das Berliner Verwaltungsgebäude völlig zerstört. Vom gering beschädigten Singener Werk werden vorerst die Geschäfte weiter betrieben. Während das Unternehmen Maggi im Jahr 1947 seinen 50. Geburtstag in Singen feiert, werden in der Schweiz die Weichen für die Zukunft neu gestellt: Maggi schließt sich mit der Schweizer Nestlé zur Nestlé Alimentana GmbH mit Sitz in Vevey am Genfersee zusammen. Zwischen 1950 und 1958 bringt Maggi mit den Klassikern Rindboullionwürfel, Fondor, Klare Fleischsuppe und Ravioli Produkte auf den Markt, die auch heute noch aus der Küche nicht wegzudenken sind. 1959 wird mit der Eröffnung des ersten Maggi Kochstudios eine Plattform für verbrauchergerechten Beratungsservice geschaffen. Dafür, dass Maggi in die Kunstgeschichte eingeht, sorgen Joseph Beuys mit seinem Werk „Ich kenne kein weekend“, Andy Warhol und Thomas Bayrle. Bayrle dazu „Die Amerikaner haben sich Coke, die Deutschen Maggi geschaffen“. 1974 wird mit dem Gulasch-Fix das erste Produkt des Maggi Fix-Sortimentes eingeführt. Mit der Einführung der 5 Minuten Terrine im Jahre 1979 setzt Maggi neue Maßstäbe im Markt der convenient meals. 1987 führt Maggi die ersten internationalen Maggi Fix-Produkte ein und bringt so beliebte Spezialitäten aus nah und fern auf den heimischen Tisch. 1992 folgen die ersten Asia Nudel Snacks, mit denen gleichzeitig der Grundstein für ein umfangreiches Asia-Sortiment gelegt wird. Mit der Eröffnung des ersten Maggi Kochstudio Treffs in der Frankfurter Innenstadt 1996 schafft Maggi weiteren Raum für kochbegeisterte Genießer. 2002 wird ein zweiter Treff in Leipzig eröffnet, 2004 folgt ein weiterer in Hamburg. Neben dem Einkaufen im Shop darf hier in der Küche bei Kochkursen nach Lust und Laune Kulinarisches zubereitet und verspeist werden. Auf der website www.maggi.de kann sich der Verbraucher seit 1995 über neue Produkte informieren, über 3.000 Rezepte downloaden sowie Informationen zum Maggi Kochstudio Club und weitere nützliche Tipps erhalten.

Heute stehen Maggi Produkte weltweit in rund 40 Märkten im Regal. Das deutsche Sortiment umfasst mehr als 300 verschiedene Artikel, die in den Werken Singen, Lüdinghausen und Teutschenthal hergestellt werden.