Langnese
Produkt: Eiscreme
Erscheinungsjahr: 1935
Unternehmen: Unilever Deutschland GmbH, Hamburg
www.langnese.de, www.unilever.de
Die erste deutsche Eismarke
1888 gründet der Hamburger Kaufmann Viktor Emil Heinrich Langnese in Hamburg eine Keksfabrik. Karl Seyferth, ein weiterer Geschäftsmann, erinnert sich Mitte der 20er Jahre an die wohlschmeckenden Kekse aus seiner Kindheit und sieht große Potenziale in dem Markennamen „Langnese“. Über eine Zeitungsanzeige im Hamburger Fremdenblatt sucht er nach dem ehemaligen Inhaber Viktor Emil Heinrich Langnese, der sich prompt bei Seyferth meldet. 1927 gelingt es Seyferth, für 300 Reichsmark und eine Einladung zum Essen die Markenrechte von Viktor Emil Heinrich Langnese zu erwerben.
Im Frühjahr 1935 importiert Seyferth schließlich eine dänische Errungenschaft nach Hamburg: Eis am Stiel oder „Eislollies“ – wie der Volksmund das neue Produkt nennt, dass er unter dem Namen Langnese verkauft. Auf dem ersten Firmenlogo macht passend zum Namen ein Junge in verschmitzter Pose eine lange Nase. Mehr als 1,5 Millionen Eislollies werden bereits im ersten Jahr zu einem Stückpreis von 10 Pfennig in Hamburg verkauft.
Als Seyferth aufgrund der Planwirtschaft des „Dritten Reiches“ Milch und Sahne für die Eisherstellung verweigert werden und das Unternehmen in Schwierigkeiten kommt, übernimmt Unilever 1936 das Geschäft und lässt das Unternehmen als „Langnese-Eiskrem GmbH“ ins Handelsregister eintragen. 1937 produziert und verkauft Langnese bereits 20 Millionen „Eis am Stiel“.
Trotz hoher Erfolge wird 1939 aufgrund des beginnenden zweiten Weltkrieges und damit einhergehender Rohstoffknappheit die vorerst letzten Langnese-Saison.
Erst im August 1948, wenige Wochen nach der Währungsreform, gibt es wieder Langnese-Eiskrem. Aber das Geschäft kommt nur schleppend voran. Kurz bevor die Margarete-Union AG (so hieß inzwischen die Muttergesellschaft) die Eisproduktion einstellen will, stellt sich schließlich 1953 aufgrund der neuen erfolgreichen Varianten Happen (1951) und Domino (1953) mit 2,3 Millionen verkauften Litern Eiskrem doch noch der Erfolg ein.
Rechtzeitig zum Jahrhundertsommer 1959 bringt Langnese die neue Sorte Capri auf den Markt und erzielt mit mittlerweile 166 Mitarbeitern einen Rekordabsatz von 20,3 Millionen Litern Eiskrem.
1960 wird an der Bergstraße das modernste und größte Eiskremwerk Europas eingeweiht – aufgrund der hohen Nachfrage war das Werk in Heppenheim zu klein geworden.
1962 kommt es zur Vereinigung der beiden Marken Langnese und Iglo unter dem neuen Dach der Langnese-Iglo GmbH.
1964 bringt Langnese Nogger auf den Markt, zunächst unter dem Namen „nogger neu“. 1966 bereichert Cornetto die Markenfamilie.
1979 kommt es erstmals nach Jahren stürmischen Wachstums zur Stagnation im Eisverbrauch. Selbst neu eingeführte Klassiker wie „Ed v. Schleck (1979), Vienetta (1983) oder Calippo (1985) können daran nichts ändern und 1985 wird das Stammwerk in Hamburg-Wandsbek geschlossen.
Wie schon 1959 ist es wieder ein Hitzesommer und das Gespür für neue Eiskrem Varianten, das Langnese-Iglo im Jahr 1989 ein außergewöhnliches Wachstum beschert: der Markt wächst um 7 Prozent, der Pro-Kopf Verbrauch liegt erstmals über 8 Liter pro Jahr.
Mit verantwortlich für den außergewöhnlichen Erfolg ist eine Produktinnovation, die sowohl in der Produktkonzeption als auch in der Werbung völlig neue Wege geht: Magnum! Da das Eis größer und die Schokoladenumhüllung dicker war, als bei den bis dato existierenden Eis am Stiel, wählte Unilever den passenden Namen Magnum (lat. groß).
In der Werbung wurden erstmals explizit Erwachsene angesprochen, was dazu führte, dass nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder in den Genuss dieses neuen Erwachsenen-Eis kommen wollten und danach fragten. Erstmals wurden bei Magnum auch die weltweiten Marketing-Maßnahmen länderübergreifend abgestimmt.
1995 geht Langnese erneut neue Wege und bringt die ersten „Wintereis“-Sorten auf den Markt. Sie verstärken die Lust auf eine Portion Gefrorenes speziell in der kalten Jahreszeit. Außerdem wurde die Sorte Solero Exotic eingeführt.
Im Sommer 1998 hat die Premium-Eiskrem Langnese „Cremissimo“ ihr Debüt in der Tiefkühltruhe. Im gleichen Jahr wird auch das bisherige Logo, die rot-weiße Markise, durch ein signalrotes und leuchtendgelbes Herz ersetzt, ein Zeichen, das von Kindern und Erwachsenen überall auf der Welt verstanden wird, sie berührt und Inspiration für ihre Wünsche und Träume liefert.
Und falls man sich wundert und fragt, warum beispielsweise in Spanien „Frigo“, in Italien und Polen „Algida“, in Österreich und Ungarn „Eskimo“, in den USA „Good Human“ und in den Niederlanden „Ola“ statt „Langnese“ steht, dann hat das lediglich historische, rechtliche oder sprachliche Gründe – der internationalen Zusammenarbeit setzt es keine Grenzen.
Langnese - das sind heute mehr als 50 verschiedene Eis-Spezialitäten: Eis am Stiel, in der Waffel, im Becher, oder in der Literpackung. Diese Vielfalt wird nach Abfüllform und vor allem nach Verzehrgelegenheiten kategorisiert: Für den Außer-Haus-Verzehr gibt es Kleineis - auch als Impulseis bezeichnet, für Zuhause Langnese Multi- und Hauspackungen. Darüber hinaus bietet Langnese ein vielfältiges Gastronomieangebot, z.B. Eisdesserts wie Tiramisu oder Tartuffo.
