Markenmuseum.de - Markenhistorie
     
 
 
 


Backinpackungen von 1893 (li) und 1902 (re)










Backinpackungen von 1916 (li) und 1933 (re)










Backinpackungen von 1956 (li) und 1979 (re)










Backinpackungen von 1986 (li) und 2001 (re)










Werbeplakat von 1916









Emaileschild um 1930










Backzutaten mit 1000 Augenkuchen


Backin

Produkt: Backpulver
Entstehungsjahr: 1891
Unternehmen: Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG, Bielefeld
www.oetker.de


»Backin - Altbewährt« (1942)



In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts entwickelte Justus von Liebig ein Triebmittel zum Lockern von Teigen, das aber schnell verdarb und von daher nicht gelagert werden konnte. Die Hausfrau musste zu dieser Zeit in die Apotheke gehen, um sich die für damalige Verhältnisse, teuren Mischungen zusammenstellen zu lassen, die zudem schlechte Backergebnisse brachten.

Im Jahre 1891 erwarb Dr. August Oetker die Aschoff´sche Apotheke im ostwestfälischen Bielefeld. In einem kleinen Hinterzimmer der Apotheke begann er mit der Herstellung von Backpulver.

Als Sohn eines Bäckermeisters war Dr. August Oetker mit allen Vorgängen der Bäckerei vertraut. Er beherrschte nicht nur die Kunst des gewerblichen Backens, sondern wusste auch, wie viel Mühe und Zeit die Hausfrau damals noch für die Hausbäckerei aufwenden musste. Deshalb kam es Dr. August Oetker darauf an, dass sich seine Mischung in der Praxis bewährte. Zu diesem Zweck ließ er das Backpulver unzählige Male von seiner Frau Caroline am heimischen Herd ausprobieren. Erst als er sich sicher war, dass mit seiner Rezeptur jeder Teig für den ein Pfund Mehl benötigt wurde aufging, ließ er das Backpulver in Tüten füllen und verkaufte es unter dem Markennamen „Backin.“ Damit war er zum Erfinder des gebrauchsfertigen Backpulvers geworden.

Die Hausfrau konnte sich von nun an darauf verlassen, dass der Kuchen mit „Backin“ gelang. Diese sprichwörtliche Gelinggarantie, die leichte Zubereitung und das Gratisrezept auf der Rückseite jeder „Backin“-Packung fanden schnell großen Anklang.

Die industrielle Fertigung ermöglichte 1893 den Verkauf in ganz Deutschland außerdem zu einem akzeptablen Preis. Der erste Dr. Oetker Markenartikel war geboren!

Prinzipiell hat sich an der Zusammensetzung von „Backin“ bis heute nichts geändert, lediglich die Gestaltung des Päckchens wandelte sich im Laufe der Jahre. Das Design richtete sich dabei immer nach dem jeweils vorherrschenden Zeitgeschmack.

1893
Auf den ersten „Backin“-Packungen ist zentral ein „überschäumendes Kelchglas“ als Markenzeichen abgebildet. Das Glas steht für Brausepulver oder Soda und war damals ein typisches Symbol der Apotheken.

1902
Nachdem bereits 1899 „Backin“ als Warenzeichen eingetragen wurde, erscheint 1902 „Backin“ zum ersten Mal als Produktname auf dem Päckchen. Zusammen mit dem alten Markenzeichen wird nun die Zielgruppe der Hausfrauen mit ins Markenzeichen übernommen. Die Hausfrau sollte sich so besser mit dem Produkt identifizieren.

1916
„Backin“ setzt sich als Markenartikel durch. Für die gesamte Produktpalette steht nun Dr. Oetkers Hellkopf als Quali¬tätszeichen auf dem Päckchen. Johanna Kind, die Tochter eines Bielefelder Graphikers, stand Modell für den „hellen Kopf“. Dieser begleitete von nun an den Erfolg der Dr. Oetker Produkte durch die Jahrzehnte.

1933
Der bis dahin verwendete, dunkle und ovalförmige Hintergrund des „hellen Kopfes“ ändert sich: Er erscheint  zum ersten Mal mit rotem Hintergrund. Außerdem wird der Text auf das Wesentliche reduziert. Das Markenzeichen bekommt durch den gezackten Rand zusätzlichen Signal-Charakter. Nach dem Motto “An allen vier Ecken soll Dr. Oetker stecken“ werden diagonale Schriftzüge eingesetzt.

1956
Sämtliche Schriften auf dem Päckchen werden wieder dem Geschmack der Zeit angepasst: Der „Backin“-Schriftzug dominiert. Der Firmenname Dr. Oetker steht zentral oberhalb des Hellkopfes. Farbigkeit wird groß geschrieben, denn seit Mitte der 50er Jahre kann zu vertretbaren Kosten bunt gedruckt werden.

1979
In moderner und zeitloser Form entsteht das Markenzeichen Dr. Oetker: Der Firmenname und der Hellkopf sind zu einer geschlossenen Form verschmolzen. Das Zeichen ist absolut eigenständig, Verwechslungen mit anderen Markenzeichen sind ausgeschlossen. Die Harmonie der Gestaltung wird durch die Zweifarbigkeit unterstrichen.

1986
Zum ersten Mal heißt es auf der Packung "Original Backin". Durch den eigenständigen Schriftzug unterscheidet sich "Original Backin" deutlich von allen anderen Angeboten. Der Gugelhupf, eines der ersten kostenlosen „Backin“-Rezepte, tritt zentral in den Vordergrund.

2001
Nach wie vor unterstreicht der Gugelhupf, jetzt allerdings in einem neuen zeitgemäßen Aussehen, die Gestaltung der „Backin“-Packung. Das Markenzeichen Dr. Oetker wird durch den rot-weiß-blauen Streifen begleitet. Die neue Packung ist modern und lädt  durch ihren warmen und harmonischen Hintergrund zum Backen ein.

„Backin“, das Gründungsprodukt aus dem Hause Dr. Oetker, zählt auch heute wie damals zu den großen Markenartikeln!





Dr. Oetker Versuchsküche um 1900







Dr. Oetker Versuchsküche 2005


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