
Der Unternehmensgründer Julius Fromm


Verpackung von ca. 1920


Aus der Produktion in Köpenick: die auf Glaskolben trocknenden Condome warten auf den nächsten Tauchgang


Plakat von ca. 1930


Seltenes Werbedisplay aus den 30er Jahren. Der Text auf der Rückseite: "Stelle aus die Micky-Maus, denn sie bringt Dir Geld ins Haus"


Verpackung von ca. 1940


Der "10-Schacht-Automat": Auswahl für Anspruchsvolle


Werbeplakat aus den 60er Jahren "Sicherheit im Verkehr hatte schon immer eine große Bedeutung"


Verpackung von 2005

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Fromms
Produkt: Condome Entstehungsjahr: 1912 Unternehmen: MAPA GmbH, Zeven www.fromms.com
Die Konkurrenz soll platzen!
1912 begann Julius Fromm mit der Condom-Serienfertigung. Der 1883 in Posen geborene Unternehmer führte als erster strenge Qualitätskontrollen ein und erreichte dadurch einen so hohen Standard, daß er 1919 als Garantie stolz seinen Namen auf jedes Päckchen setzte - »Fromms Act« wurde das erste Markencondom. 3 Stück kosteten 72 Pfg. und die tägliche Produktionsmenge betrug damals schon 150.000 Stück.
Als Fromms-Condome über 90% des deutschen Bedarfs deckten, war der Name »Frommser« als Synonym für Condome Allgemeingut geworden. Da hatte Julius Fromm natürlich gut lachen. Sein Ausspruch: »Die Konkurrenz soll platzen« wurde zum geflügelten Wort. 1922 eröffnete er eine Fabrik in Berlin-Friedrichshagen, 1930 eine weitere in Köpenick. Schon damals wurden in den beiden Stammwerken und diversen Stadtvertretungen 500 Mitarbeiter beschäftigt. Auch der Export spielte eine wichtige Rolle, so daß Auslandsvertretungen in Dänemark, England, Holland und Polen gegründet wurden.
Die ersten Condomautomaten hingen 1928 auf öffentlichen Toiletten in Berlin. Sie trugen den Slogan: »Männer schützt Eure Gesundheit«. Das florierende Unternehmen kam jedoch durch die Machtergreifung der Nazis im März 1933 - Familie Fromm war jüdischen Ursprunges - in allergrößte, existenzbedrohende Schwierigkeiten. Um seine Familie zu retten, musste Julius Fromm sein Lebenswerk für einen Spottpreis »verkaufen«. Die Aufregung und Freude über das Ende des Naziregimes konnte Julius Fromm - mittlerweile in London lebend - leider nicht mehr miterleben: drei Tage nach dem Waffenstillstand starb er an Herzversagen.
1947 schließlich erhielten die Söhne von Julius Fromm ihr Vaterhaus in Berlin zurück. Herbert Fromm, einem der Söhne, gelang es 1949 von einem Vetter Görings den Markennamen zurückzukaufen und sich so zumindest die Rechte für das Warenzeichen »Fromms« zu sichern. Herbert Fromm unterzeichnete einen Lizenzvertrag mit einem in Bremen ansässigen Unternehmen, der »Hanseatischen Gummiwerke Bachmann & Co.KG« über die Nutzung des Namens und des Warenzeichens »Fromms«. Das Unternehmen hatte 1948 in Zeven mit der Produktion von Condomen begonnen und erschien Herbert Fromm als ein guter Partner.
Schnell ging es aufwärts: von 1949 bis 1950 vervierfachte sich der westdeutsche Condom-Umsatz. Doch der Gesetzgeber und die katholische Kirche erschwerte - auch aufgrund der öffentlichen Diskussionen (das Thema Sexualität wurde öffentlich »totgeschwiegen«) - die weitere Expansion.
1958 erließ Papst Pius XII. ein Verbot aller Verhütungsmittel und ein Jahr später untersagte der damalige Bundesfamilienminister Würmeling den Verkauf von Condomen aus Außenautomaten. Dieses Verbot brachte einen Boom der Auslieferung von Condomautomaten in Gaststätten, Hotels, Bahnhöfen und öffentlichen Toiletten. Eine weitere wichtige Bezugsquelle waren lange auch die Herrenfriseure. Nach dem Haareschneiden wurde hier beim Bezahlen diskret die Frage gestellt: »Darf`s sonst noch was sein?«. Oft durfte es - und der Condom-Absatz stieg.
Im Mai 1960 allerdings kam in den USA die Pille auf den Markt und damit änderte sich das Sexualverhalten auch in Deutschland grundlegend. Die 60er-Jahre-Flower-Power-Generation lebte nach dem Wahlspruch »Frisch. Fromms. Fröhlich. Frei«. Mit der »freien Liebe« stiegen auch die Ansprüche an die Condome. So präsentierte die Hanseatische Gummiwarenfabrik 1962 mit »Fromms FF« ihr erstes feuchtbeschichtetes Condom. 1966 wurde im Hamburger Bordell »Palais d`àmour« von Fromms das erste aromatisierte Condom mit Pfefferminzgeschmack getestet. Trotz freier Liebe, Flower-Power, Oswald Kolle und Beate Uhse - die sexuelle Aufklärung war immer noch nicht bei jedem und überall angekommen.
1967 führten schließlich die seit 4 Jahren laufenden Verhandlungen der MAPA SA. Paris mit den Firmen Blausiegel, Richter, Käufer & Co. und der Hanseatischen Gummiwarenfabrik zu einer Fusion der neuen Fromms-Blausiegel Gummiwarenfabrik, die zwei Jahre später in MAPA Gummi- und Plastikwerke umbenannt wurde. Ab 1972 schließlich wurde der Condomverkauf einfacher: dem ersten Drogeriemarkt (1972) folgte schnell eine Reihe weiterer Eröffnungen. Hier gab es Condome im SB-Bereich - ein Angebot, das die Kunden sofort akzeptierten, ebenso wie den Vertrieb von Condomen über den Versandhandel. Der erste Condomtest wurde im Heft 6/73 des Verbrauchermagazins »DM« veröffentlicht. Insgesamt wurden 30 Typen geprüft, alle Fromms- und Blausiegel-Condome erhielten die Note »empfehlenswert«. Am 01.04.1978 verlegte die MAPA GmbH ihren Firmensitz von Hannover nach Zeven.
Anfang der 80er Jahre wurden immer mehr Verbraucher »pillenmüde«: die wachsende Sensibilisierung gegenüber chemischen Mitteln und das steigende Bewußtsein für partnerschaftliche Verantwortung führten zu einer Renaissance des Condoms. Verhütung war nicht mehr allein Frauensache. Zusätzlich sorgten vermehrte Herpesfälle für eine Rückbesinnung auf die Schutzfunktion von Condomen.
Schutz vor Infektionen wurde 1985 schlagartig ein Thema, als sich die Tragweite von AIDS herausstellte. Der Schock saß tief, Gefahr und Ausmaß lassen sich selbst heute noch nicht ganz überblicken. Aber eins war von Beginn an klar: AIDS wird vornehmlich durch sexuelle Kontakte übertragen - mit der »freien Liebe« war es vorbei. Im November 1986 fand in Berlin die erste AIDS-Tagung statt. Jeder sprach von »Safer Sex«. 1987 wurde »Condom« zum Wort des Jahres gewählt. Im Jahre 1988 fuhren in West-Berlin erstmals Linienbusse mit Condomwerbung: »Uns mögen alle, die sich mögen - Fromms FF«.
Aus dem guten alten »Fromms Act« ist im Laufe von über 85 Jahren eine Marke geworden, die sich in eine große Produktfamilie der MAPA GmbH einreiht. Fromms, Blausiegel, Billy Boy und R3 sind MAPA-Marken, die mit ihrer jeweiligen Sortenvielfalt hervorragend dokumentieren, daß Sicherheit und Abwechslung einander nicht ausschließen. Daß Verantwortung auch Spaß machen kann. Und daß auch in schwierigen Zeiten die Liebe nicht zu kurz kommen muss. Fromms - der »Klassiker« gehört heute zu den bekanntesten und meistgekauften deutschen Condommarken.
» Kino-Spot "Glaubensfrage" (90er Jahre) abspielen...

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